Schaffung von Mehrwerten
Schaffen Sie Mehrwerte, vor allem auch durch emotionelles Verkaufen. Entwickeln Sie sich weg vom „Produkterklärer“ zum „Verkäufer“. Wer diese Grundsätze beherzigt, wird mit seinem Handwerksbetrieb im regionalen Umfeld auf der Überholspur unterwegs sein. Wichtig ist jedoch, dass hierbei alle Mitarbeiter mitziehen und die Grundsätze auch tatsächlich „leben“.
Gerne berichte ich über diesen Muster-Handwerksbetrieb. Alle Mitarbeiter, die mir begegneten, strotzen nur so vor Optimismus. Jedermann begrüßte mich freundlich, als wäre ich ein potentieller Kunde. Der Juniorchef bestätigte später, dass er dem Thema Aus- und Weiterbildung im Bereich der Persönlichkeitsbildung einen hohen Stellenwert einräume. Er erzählte mir, wie er es mit seinen Mitarbeitern im Team binnen eines Jahres geschafft habe, sich von seinen „angestaubten“ Handwerks-Berufskollegen abzugrenzen. Seitdem denkt er ausschließlich darüber nach, wie er Mehrwerte gegenüber anderen Betrieben schaffen kann. Er konzentriert sich voll darauf seine „Mehrwertphilosophie“ nach Innen und Außen zu kommunizieren. Dieser Volumenverarbeiter hatte noch im vorletzten Jahr sehr viele Heizungsanlagen eines großen Herstellers verbaut. Er hatte zunehmend das Gefühl, sich nur noch mit dem Preisdumping seiner schwachen Wettbewerber im regionalen Umfeld beschäftigen zu müssen. Über Nacht hat er dann den Schalter umgelegt und Mehrwerte für seine Kunden geschaffen. Wie hat er den Schalter umgelegt?
Was sind Produktmehrwerte?
Hier zählen nicht die technischen Details. Hier wird über Emotionen ein Mehrwert verkauft. Es gibt viele Ängste der Menschen, die man emotional geschickt in Verkaufserfolg umsetzen kann. Man denke nur an steigende Öl- und Gaspreise.
Verlässlichkeit: in einem internen Test hat ein Partner von mir schon vor Jahren festgestellt, dass die Zuverlässigkeit von Handwerkern in Deutschland indiskutabel schlecht ist.
Pünktlichkeit: Auch hier sind (zu viele) Handwerksbetriebe schlecht. Auch hier kann man viel vom Direktvertrieb lernen. Dort wird u.a. mit Zeitfenstern gearbeitet. Alle Termine werden schriftlich bestätigt und kurz vor dem Termin noch einmal telefonisch angekündigt.
Sauberkeit: Wechseln Sie täglich Ihre Arbeitskleidung? Waschen Sie Ihren Firmenwagen einmal pro Woche? Haben Sie einen Qualitäts-Staubsauger dabei, um nach getaner Arbeit im Hause des Kunden für Sauberkeit zu sorgen?
Dann sensibilisieren Sie mit intensivem Training bei allen Mitarbeitern dieses „neue“ Bewusstsein. Idealerweise greifen Sie dafür auf professionelle externe Unterstützung zurück. Sie werden in Ihrem Betrieb neue Prioritäten setzen müssen. Nicht das Dringliche der Tagesarbeit, sondern das Wichtige hat ab sofort Priorität.
Dazu sollten Sie dann erst einmal erarbeiten, was denn in Zukunft wichtig ist. Gestern haben Sie noch geglaubt, die Fachkompetenz Ihres Betriebes, die Qualität Ihres Angebotes oder gar der niedrigste Angebotspreis würden den Erfolg ausmachen. Nach der Neuausrichtung Ihres Betriebes glauben Sie bestimmt nicht mehr ausschließlich daran. Die Fachkompetenz eines Handwerksetriebs entscheidet eben nicht über den Verkaufserfolg. Entscheidend ist einzig und alleine Ihre persönliche Akzeptanz beim Kunden und Ihre Fähigkeit Mehrwerte beim Produkt und bei der Dienstleistung schaffen. Was sind nun z.B. solche Mehrwerte?
Am besten, Sie gründen mit Handwerksbetrieben in Ihrer Region eine Gewerkegemeinschaft. Stellen Sie vor allem sicher, dass Ihre Berufskollegen aus anderen Gewerken den gleichen Qualitätsanspruch in der Technik und in der Dienstleistungsbereitschaft mitbringen, wie Sie. Dann muss natürlich der Handwerker, der den Kundenkontakt geschaffen hat, auch die Koordinationsleistungen erbringen, die sonst ein Bauleiter oder Architekt erbringen würde. Und ganz wichtig: Rechnungstechnisch darf es aus Sicht des Kunden nur einen Ansprechpartner geben. Bieten Sie regelmäßig Infoabende an. Die Einladungen erfolgen klassisch per Mailing. Vor allem aber müssen alle Mitarbeiter mit Kundenkontakt diese Abende aktiv bei jedem Kundengespräch empfehlen. Klar, dass Ihre Website einen eigenen Terminkalender dazu haben muss. Wie überhaupt Ihr Webauftritt durch Professionalität geprägt sein sollte und von Ihnen täglich aktualisiert werden muss.
Ewald W. Schneider,
Bad Bederkesa
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