Bonner Realschule ist Energiesparmeister

Service an der Umwelt

Energieeinsparung ist das Schlagwort der Stunde. In den eigenen vier Wänden oder im Betrieb wird häufig alles unternommen, um die Energiekosten zu minimieren. Die Sparthematik ist uns bewusst. In öffentlichen Gebäuden hat sich diese Sensibilisierung jedoch oft noch nicht durchgesetzt. Dass es auch anders geht, zeigt die Emilie-Heyermann-Realschule (EHS) in Bonn, die sich als eine von insgesamt zehn ausgezeichneten Schulen Energiesparmeister 2009 nennen darf. Neben dem Preisgeld von 5000 € und Videoequipment gehört zu der Auszeichnung eine Projektpatenschaft mit der Grundfos GmbH, die weitere Einsparungen verspricht.

Aus 150 Schulen wurden bei dem bundesweiten Wettbewerb des ZDF, des Bundesumweltministeriums und co2online, in dem der Energiesparmeis­ter 2009 (www.energiesparmeister.de) gesucht wurde, insgesamt zehn Schulen für ihre energiesparenden Schulprojekte ausgezeichnet. Mit dabei die Emilie-Heyermann-Realschule aus Bonn mit ihrem Projekt „50/50: Energieeffizienz und Erneuerbare Energien“, das von der UNESCO als „Offizielles Projekt der UN-Dekade ‚Bildung für nachhaltige Entwicklung’“ für die Jahre 2007 bis 2010 anerkannt ist.


Energiesparen zahlt sich aus

Bereits 1996 stellte die EHS den Bürgerantrag für die Einführung des Modells 50/50 bei der Stadt Bonn. Dabei sieht dieses Modell vor, dass die Hälfte der Gelder, die die Schule durch Energieeinsparungen einspart, an sie ausgezahlt werden. Die Einsparungen konnten durch einzelne Teilprojekte erzielt werden. Dabei konnte unter dem Motto „Dreh doch mal ab“ – Energieeinsparungen durch umweltbewusstes Verhalten und durch effektive Energie-Ausnutzung – zwischen 1997 und 2007 der Stromverbrauch um durchschnittlich 51,5 % gesenkt werden. Der Gasverbrauch für die Heizung sank um 24, 3 %. So konnte die Schule in dieser Zeitspanne ca. 830 t CO2 und knapp 140 000 € an Energiekosten einsparen. Die Einsparmaßnahmen reichten dabei vom bewussten Ausschalten der Beleuchtung und der Heizung bis zum Austausch der Glühbirnen gegen Energiesparlampen. Auch ein Bockheizkraftwerk trug zu diesem Ergebnis bei.

 
„Wir zapfen die Sonne an!“

Das Geld, das der Schule so in die Kassen floss, bot die Möglichkeit weitere Energiesparmaßnahmen in Angriff zu nehmen. So setzte die Schule auch auf die Kraft der Sonne. Unter dem Motto „Wir zapfen die Sonne an!“ wurde eine Photovoltaikanlage als Eigeninstallation montiert. Dabei entstand die Anlage in enger Zusammenarbeit mit dem Bonner Solarkonzern SolarWorld AG (www.solarworld.de). Die seit 2004 installierte Anlage mit einer Leistung von 8,4 kWp konnte bis Ende 2008 insgesamt 28 500 kWh liefern. Mit einer zweiten in 2006 installierten Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 12,05 kWp steht der Schule jetzt eine Nennleistung von insgesamt 20,45 kWp zur Verfügung.

Aber auch die Stadt Bonn setzt auf Energieeffizienz und installierte z.B. einen Brennwertkessel.


Auch in Zukunft einsparungssensibel

Mit der Auszeichnung zum Energiesparmeister 2009 bieten sich der EHS neue Einsparmöglichkeiten, da der Preis eine Projektpatenschaft mit dem Pumpenhersteller Grundfos (www.grundfos.de) umfasst. Durch das Serviceangebot „Grundfos ServicePlus“ bietet das Unternehmen dem SHK-Handwerk und seinen Kunden Unterstützung im Bereich Wartung, Analyse, Optimierung und Justierung ihrer Anlagen. Diese Erfahrung kam auch der EHS zugute. Eine Heizungspumpen-Bestandsaufnahme förderte einen Sanierungsbedarf bei vier ungeregelten Pumpen (von insgesamt sieben) zu Tage. Die vier neu zu installierenden geregelten Pumpen sponsert dabei Grundfos und ermöglicht so der Schule in den nächsten 15 Jahren, wenn man Stromkosten von 19 Cent/kWh zu Grunde legt, eine Einsparung von knapp 23 000 €.


„ServicePlus“

Das Grundfos dabei sein Handwerk bei der Dienstleistung „ServicePlus“ versteht, zeigt die Tatsache, das der TÜV Nord Ende Februar den „exellenten Service“ von „ServicePlus“ zertifizierte. Zu diesem Urteil kam jedenfalls die TÜV Nord Cert GmbH. Dabei sind die von Grundfos angebotenen Serviceleistungen umfangreicher als nur eine Heizungspumpen-Bestandsaufnahme. Zum Portfolio gehören z.B. auch die Laserausrichtung von Normpumpen, Maschinenanalyse, Werkstattreparaturen, Fernwartung, Schulungen, Hygienecheck usw. Das Unternehmen unterstützt dabei auch seine Kunden bei der Ermittlung und Analyse der Lebenszykluskosten im Bestand.

Dazu hält der dänische Pumpenhersteller verschiedene Tools zur Verfügung. Angefangen bei der Lebenszykluskosten-Berechnung mit den Pumpenauslegungsprogrammen „WinCaps“ und „WebCaps“, die eine einfache Überprüfung der eigenen Pumpe ermöglicht. Bis hin zur umfangreichen Life-Cycle-Cost-Analyse (LCC-Tool), die mit Hilfe von Messgeräten, Sensoren und Datenloggern genaue Daten zur Anlage bieten. Nach Analyse der Daten sprechen die bundesweit flächendeckend verfügbaren Spezialisten dann eine Empfehlung aus, die den Nutzen des Kunden in den Vordergrund stellt.
Mit einem ausführlichen Report ausgestattet, kann er dann über weitere Maßnahmen frei entscheiden. Wie das Beispiel der EHS zeigt, lohnt sich häufig ein Austausch hin zur energiesparenden Technik.

„Easy-Salesmann-Tool“

Um die Lücke zwischen den Tools – dem schnellen und einfachen „WinCaps“ bzw. „WebCaps“ und dem umfangreichen LCC-Tool – zu schließen, platzierte Grundfos mit dem „Easys-Salesmann-Tool“ ein neues Angebot, das eine schnelle Überprüfung der Anlagen-Parameter ermöglicht. Dabei ist die Berechnungsbasis die Messung des Differenzdrucks und der Stromaufnahme. Dabei wird dann eine Momentaufnahme des Pumpenbetriebs dokumentiert, die erste Aufschlüsse über die Lebenszykluskosten der Anlage bietet.

Autor: Sascha Brakmüller, Redaktion SHK Profi, Gütersloh

Tipp

Die Pumpenauslegungsprogramme „WinCaps“ und „WebCaps“ sind auf der Internetseite von Grundfos (www.grundfos.de) verfügbar. Mit diesen Tools kann man überprüfen, ob sich ein Pumpenaustausch lohnt.

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